Fischzucht am Hof um 1910

Die Hofgeschichte beginnt mit einem Bauern aus der Fränkischen Schweiz. Am 8. Dezember 1650 erwarb Peter Nizel „eine ganze Hub zu Cospach“, einen schon gehobenen Hof, der nicht erst urbar gemacht werden musste. Im Kaufvertrag übertragen wurden 18 Tagewerk Acker, davon waren drei bebaut, und zwei Morgen Teich.

Allerdings war Kosbach durch den 30-jährigen Krieg zerstört. 1632 wurde es dreimal überfallen und zum Schluss niedergebrannt. In den Kirchenannalen wird Kosbach als „Wüstung“ bezeichnet, da das Dorf offensichtlich nicht mehr ständig bewohnt war. Erst um 1730 erreichte Kosbach wieder die gleiche Bevölkerungszahl wie vor dem 30.jährigen Krieg.

Auch die Entwicklung des Hofes ging anfangs langsam und mühsam. Erst durch die Säkularisation 1803, der Hof befand sich im Besitz von Konrad Nützel und seiner Frau Maria Ursula geb. Schmitt aus Gremsdorf, konnte die Teichwirtschaft durch Erwerb der vielen kirchlichen Weiher um Kosbach entscheidend ausgebaut werden.

Zwischen 1923 und 1931 wendete sich das Schicksal gegen den Nützel-Hof. Innerhalb von nicht einmal zehn Jahren starben 1923 Baptist Nützel, ein Jahr darauf dessen Sohn Konrad und 1932 mit gerade 21 Jahren der gleichnamige Enkel Baptist. Am Hof blieb nur noch die Urgroßmutter von Christoph Oberle zurück, Margarethe Nützel. Die beiden Töchter, Johanna und Anna, waren bereits in der Stadt verheiratet.

Resi und Paul Oberle

Man beschloss, den Hof nicht zu verkaufen, sondern auf einen Enkel zu warten und zwischenzeitlich zu verpachten. Erst im Jahr 1960 kam mit Paul Oberle, Sohn des Apothekers Georg Oberle und seiner Frau Johanna Oberle geborene Nützel wieder ein Nachfolger aus der Familie auf den Hof. Der Hof war in einem miserablen Zustand. Mit großer Unterstützung und tatkräftigem Einsatz seiner Frau Theresia, geborene Weiß aus Großenried bei Ansbach, konnte Paul Oberle in harter Pionierarbeit den Betrieb wieder aufbauen.

Paul Oberle spezialisierte sich auf die Teichwirtschaft, verpachtete 1967 die Äcker und schuf dem Reitclub Erlangen eine neue Heimat in den ungenutzten Stallungen des Hofs. Dort stehen inzwischen 50 Pferde. 1973 erwarb die Familie etwa 40 ha Teiche an Schloss Seehof bei Bamberg. Heute bewirtschaftet der Hof rund 100 ha Teiche. Im Jahr 2000 eröffnete am Hof das Restaurant „Die Fischerei“ unter der Leitung von Ulrike Oberle.